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Warum die Anker SOLIX Solarbank 4 Pro die Spielregeln verändert

Die Anker SOLIX Solarbank 4 Pro (E5000 Pro) ist seit Sommer 2026 auf dem Markt und bringt Eigenschaften mit, die bisher nur deutlich teureren Heimspeichern vorbehalten waren. Fünftausend Watt Solareingangsleistung über vier unabhängige MPPT-Tracker, ein 2.500 Watt starker bidirektionaler Wechselrichter, eine 5-kWh-Basiseinheit, die sich auf bis zu 30 kWh erweitern lässt — und das alles als Plug-and-Play-Gerät, das nach dem Auspacken in fünf Minuten einsatzbereit sein soll.

In diesem Test nehmen wir die Solarbank 4 Pro genau unter die Lupe: Wie schlägt sie sich im Vergleich zum direkten Konkurrenten EcoFlow STREAM 5000? Lohnt sich der Kauf? Und welche Schwächen gibt es, die der Hersteller nicht auf der Startseite erwähnt?

5 kWh
Kapazität
erweiterbar auf 30 kWh
5.000 W
Solareingang
4 MPPT-Tracker
2.500 W
AC-Ausgang
PluginPower 2.0, TÜV-geprüft
10.000
Ladezyklen
ca. 15 Jahre Lebensdauer

Die wichtigsten technischen Daten im Überblick

Bevor wir in die Details gehen, hier die kompletten Spezifikationen der Anker SOLIX Solarbank 4 Pro:

Eigenschaft Solarbank 4 Pro (E5000)
Speicherkapazität 5 kWh (Basis) — erweiterbar auf 30 kWh
Solareingangsleistung 5.000 W (4× MPPT)
Maximaler Panelanschluss 12 Module
AC-Ausgang netzgekoppelt 800 W (Plug & Play)
AC-Ausgang Off-Grid 2.500 W
Batteriechemie Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4)
Ladezyklen 10.000 Zyklen bis 80 % Restkapazität
Garantie 10 Jahre
Schutzklasse IP65 (Außenbereich)
App-Steuerung Anker SOLIX App (iOS/Android)
Abmessungen ca. 550 × 450 × 200 mm
Gewicht ca. 48 kg (Basismodul)

PluginPower 2.0: Was steckt hinter der 2.500-Watt-Technologie

Der markanteste Unterschied der Solarbank 4 Pro zu herkömmlichen Balkonkraftwerken mit Speicher ist die sogenannte PluginPower 2.0-Technologie. Während Standard-Balkonkraftwerke ihre Leistung auf 800 Watt Netzeinspeisung beschränken müssen — das ist die gesetzliche Grenze für vereinfachte Anmeldung — kombiniert Anker zwei Ausgangswege:

800 Watt netzgekoppelt + 2.500 Watt Off-Grid

Über die normale Schuko-Steckdose speist die Solarbank 4 Pro bis zu 800 Watt in das Hausnetz ein. Das reicht, um Kühlschrank, Router, LED-Beleuchtung und Standby-Verbraucher abzudecken. Zusätzlich bietet sie einen separaten 2.500-Watt-Off-Grid-Anschluss, über den stromhungrige Geräte wie Waschmaschinen, Wärmepumpen oder E-Auto-Ladestationen direkt betrieben werden können — ganz ohne Elektriker oder Netzbetreiber-Anmeldung.

Wer die vollen 2.500 Watt als Netzeinspeisung nutzen möchte, kann das System über einen zertifizierten Partner (Solarcan) professionell installieren und registrieren lassen. In diesem Modus deckt die Solarbank 4 Pro nach Herstellerangaben bis zu 95 % des Energiebedarfs eines durchschnittlichen Haushalts.

TÜV-geprüfte Leistung

Die PluginPower 2.0-Technologie wurde vom TÜV auf Sicherheit und Leistung geprüft. Der 2.500-Watt-Wechselrichter ist bidirektional — er kann also sowohl Solarstrom ins Hausnetz einspeisen als auch Netzstrom zur Batterieaufladung nutzen, wenn der Tarif günstig ist (z. B. Nachtstrom oder dynamische Strompreise).

Vier MPPT-Tracker: Warum das ein Gamechanger ist

Wenn Sie planen, Ihr Balkonkraftwerk später von 600W auf 2000W aufzurüsten, ist die Solarbank 4 Pro ideal vorbereitet. Die meisten Balkonkraftwerke verfügen über einen oder zwei MPPT-Tracker (Maximum Power Point Tracker). Die Solarbank 4 Pro hat vier. Das ist kein Marketingspiel — es hat handfeste technische Gründe.

Jeder MPPT-Tracker regelt die Spannung eines Strings (einer Reihe von Solarmodulen) unabhängig auf den optimalen Arbeitspunkt. Wenn ein String Verschattung hat — etwa durch einen Schornstein, einen Baum oder einen Nachbarbau — sinkt seine Leistung. Bei einem System mit nur einem MPPT für alle Module würde diese Verschattung die gesamte Anlage ausbremsen.

Mit vier unabhängigen Trackern kann die Solarbank 4 Pro bis zu zwölf Module auf vier getrennten Strings betreiben. Jeder String wird einzeln optimiert. Das bedeutet: Selbst wenn ein Teil der Anlage im Schatten liegt, arbeiten die restlichen Module weiterhin mit voller Leistung.

Modellanzahl MPPT-Belegung Maximale Solarleistung
4 Module 1 String à 4 Module ca. 2.000 W
8 Module 2 Strings à 4 Module ca. 4.000 W
12 Module 4 Strings à 3 Module 5.000 W (Maximum)

Speicherkapazität: 5 kWh Basis, skalierbar auf 30 kWh

Die Basiseinheit der Solarbank 4 Pro speichert 5 kWh — ausreichend, um einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt über die Nacht zu versorgen. Laut Anker deckt diese Kapazität den nächtlichen Verbrauch von Kühlschrank, Router, Standby-Geräten und mehreren Stunden Fernseher.

Wer mehr Speicherkapazität braucht, kann das System mit zusätzlichen BP5000-Erweiterungsmodulen ausbauen. Bis zu fünf Module lassen sich stapeln — das ergibt maximal 30 kWh. Die Erweiterung dauert laut Hersteller fünf Sekunden: Modul aufsetzen, einrasten, fertig. Keine Kabel, keine Elektriker.

Abwärtskompatibilität mit älteren Modulen

Die Solarbank 4 Pro ist kompatibel mit den bisherigen Speichermodulen BP1600 und BP2700 aus der Solarbank-2- und Solarbank-3-Reihe. Wer bereits ein älteres Anker-System besitzt, kann die neue Haupteinheit erwerben und vorhandene Batterien weiterverwenden. Allerdings gilt: Die Ausgangsleistung kann durch die Installationsreihenfolge der unterschiedlichen Akkumodule beeinflusst werden.

AI EMS: Das Energiemanagementsystem

Die Solarbank 4 Pro verfügt über ein integriertes Energiemanagementsystem (EMS) mit KI-Unterstützung. Dieses sogenannte AI EMS analysiert kontinuierlich drei Datenströme:

  • Echtzeit-Wetterdaten: Das System weiß, wann Sonne erwartet wird, und entlädt die Batterie vor einem sonnigen Tag mehr, um Platz für neuen Solarstrom zu schaffen.
  • Haushaltsverbrauch: Die App lernt die Verbrauchsmuster des Haushalts — wann wird wie viel Strom verbraucht? — und passt die Be- und Entladestrategie automatisch an.
  • Strompreise: Bei dynamischen Stromtarifen (z. B. Tibber, Octopus Energy) lädt das System die Batterie, wenn der Strompreis niedrig ist, und entlädt sie bei hohen Preisen.

Zusätzlich bietet die Anker SOLIX App eine Sprachsteuerung namens Anka Voice Assistant: Sie können per Sprachbefehl nach der aktuellen Erzeugung fragen, Modi wechseln oder Einstellungen anpassen.

Installation: In fünf Minuten einsatzbereit

Anker preist die Solarbank 4 Pro als „in fünf Minuten installiert” an. Das gilt für den Grundbetrieb (Solarpanel anschließen, Stecker in die Wand, App öffnen). Der Prozess:

  1. Auspacken und Aufstellen: Das Basismodul wiegt etwa 48 kg. Es sollte auf einer ebenen Fläche stehen, idealerweise im Außenbereich (IP65) oder in einem trockenen Keller.
  2. Solarmodule anschließen: Die Panels werden über MC4-Stecker an die vier MPPT-Eingänge angeschlossen. Jeder String wird einzeln angeschlossen.
  3. Stromanschluß: Für den 800-Watt-Betrieb reicht ein normaler Schuko-Stecker. Für den 2.500-Watt-Off-Grid-Betrieb wird der Wieland-Stecker verwendet.
  4. App-Setup: Die Anker SOLIX App führt durch die Inbetriebnahme, verbindet das System mit dem WLAN und konfiguriert die Energiestrategie.
Wieland-Stecker: Elektriker erforderlich

Für den Anschluss über den Wieland-Stecker (erforderlich für 2.500 W Output) muss eine qualifizierte Elektrofachkraft hinzugezogen werden. Anker empfiehlt hierfür den offiziellen Partner Solarcan, der die professionelle Installation und Registrierung beim Netzbetreiber übernimmt.

Solarbank 4 Pro vs. EcoFlow STREAM 5000: Der direkte Vergleich

Der größte Konkurrent der Anker Solarbank 4 Pro ist das EcoFlow STREAM 5000, das wir bereits ausführlich getestet haben. Beide Geräte zielen auf die gleiche Zielgruppe: Hausbesitzer, die mehr wollen als ein klassisches 800-Watt-Balkonkraftwerk, aber keine volle PV-Anlage installieren möchten.

Eigenschaft Anker Solarbank 4 Pro EcoFlow STREAM 5000
Speicherkapazität (Basis) 5 kWh 5 kWh
Maximale Erweiterung 30 kWh (5× BP5000) 90 kWh (18× BP5000)
Solareingang 5.000 W (4 MPPT) 5.000 W (4 MPPT)
Max. Module 12 12
AC-Ausgang (Plug & Play) 800 W 800 W
AC-Ausgang (registriert) 2.500 W 3.000 W
Ladezyklen 10.000 10.000
Off-Grid-Anschluss Ja (2.500 W separat) Nein (nur netzgekoppelt)
KI-Energiemanagement AI EMS mit Wetterdaten Shelly-Integration
Preis (Basis, ohne Module) ab 1.699 € ab 1.999 €
Preis (mit 4× 500W Modulen) ab 2.199 € ab 2.499 €

Beide Systeme sind nah beieinander, aber die Profile unterscheiden sich: EcoFlow bietet mit 3.000 Watt einen stärkeren Wechselrichter und eine massiv höhere Erweiterungsmöglichkeit (90 kWh vs. 30 kWh). Anker kontert mit einem separaten Off-Grid-Anschluss, dem etwas günstigeren Einstiegspreis und der Abwärtskompatibilität mit älteren Speichermodulen.

Unsere Empfehlung

Für Haushalte, die ein All-in-One-System mit Off-Grid-Fähigkeit suchen und eventuell schon ältere Anker-Module besitzen, ist die Solarbank 4 Pro die bessere Wahl. Wer maximale Erweiterung (bis 90 kWh) und eine höhere Netzeinspeisung (3.000 W) plant, ist mit dem EcoFlow STREAM 5000 besser bedient.

Jährliche Ersparnis: Was bringt die Solarbank 4 Pro?

Anker gibt eine jährliche Einsparung von 2.234 € an (Stand Juli 2026). Dieser Wert basiert auf folgenden Annahmen:

  • Vier-Personen-Haushalt mit ca. 4.000 kWh Jahresverbrauch
  • 12 Module mit insgesamt 5.000 W Solareingang
  • Solarertrag von ca. 5.586 kWh pro Jahr
  • Strompreis von 0,34 €/kWh
  • Einspeisevergütung für Überschuss

Bei einem Kaufpreis von 2.199 € (mit Modulen) ergäbe das eine Amortisationszeit von knapp drei Jahren. Allerdings sollten Sie diese Zahlen realistisch einordnen: Die tatsächliche Ersparnis hängt stark von Dachausrichtung, Verschattung, Wetterverhältnissen und persönlichen Verbrauchsgewohnheiten ab. Ein sonnenabgewandter Nordost-Balkon mit vier Modulen wird deutlich weniger als 2.234 € pro Jahr sparen.

Vorteile

  • ✓ 4 unabhängige MPPT-Tracker (ideal bei Teilverschattung)
  • ✓ Off-Grid-Anschluss mit 2.500 W (kein Elektriker nötig für Grundbetrieb)
  • ✓ Schnelle Erweiterung auf 30 kWh (5-Sekunden-Stacking)
  • ✓ KI-gestütztes Energiemanagement mit Wetter- und Preisdaten
  • ✓ Abwärtskompatibel mit BP1600- und BP2700-Modulen
  • ✓ IP65-Zertifizierung für Außenbereich
  • ✓ TÜV-geprüfte PluginPower 2.0-Technologie
  • ✓ Attraktiver Einstiegspreis (ab 1.699 €)

Nachteile

  • ✗ Schwächen bei Schwachlicht (laut Computerbild-Test)
  • ✗ Max. 30 kWh Erweiterung (Wettbewerber bieten bis 90 kWh)
  • ✗ Wieland-Stecker-Anschluss erfordert Elektriker
  • ✗ 2.500 W nur als separater Off-Grid-Ausgang, nicht als Netzeinspeisung (ohne Fachmann)
  • ✗ App-Stabilität teilweise kritisiert in frühen Reviews
  • ✗ Kein vollständiger Ersatzstrombetrieb bei Netzausfall (Notstromsteckdose nur eingeschränkt)

Sicherheitstechnik und Zertifizierungen

Die Solarbank 4 Pro verwendet LiFePO4-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) — die derzeit sicherste Batteriechemie für stationäre Speicher. LiFePO4-Zellen sind thermisch stabil, neigen nicht zur Selbstentzündung und überleben deutlich mehr Ladezyklen als klassische Lithium-Ionen-Akkus.

Zusätzlich bietet das System eine mehrstufige Sicherheitsarchitektur:

  • Temperaturüberwachung an jeder einzelnen Zelle
  • Überstromschutz auf String- und AC-Ebene
  • Kurzschlussschutz mit automatischer Abschaltung
  • Überspannungsschutz gemäß VDE-AR-N 4105
  • Lokale Datenverarbeitung — Nutzerdaten bleiben im Gerät, nicht in der Cloud

Die Konformität mit dem VDE-4105(26)-Standard ermöglicht die vereinfachte Anmeldung von Balkon-Speichersystemen unter 7.000 Watt. Dadurch entfällt die 2.000-Watt-Grenze für den PV-Eingang, die früher galt.

Legal: Anmeldung und Genehmigung

Für den Betrieb der Solarbank 4 Pro müssen Sie folgende Schritte beachten. Lesen Sie auch unseren Artikel zur Balkonkraftwerk-Versicherung, um sicherzustellen, dass Ihre Anlage versichert ist.

  1. MaStR-Anmeldung: Jede Stromerzeugungsanlage muss im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Bei Plug-and-Play-Anlagen unter 800 W ist dies mittlerweile stark vereinfacht.
  2. Netzbetreiber-Meldung: Bei Anlagen unter 800 W reicht eine Meldung an den Netzbetreiber. Für den 2.500-W-Betrieb (registrierte Netzeinspeisung) ist eine formelle Genehmigung erforderlich.
  3. Vermieter-Genehmigung: Als Mieter benötigen Sie die Erlaubnis des Vermieters für die Modulmontage. Weitere Details dazu in unserem Artikel Balkonkraftwerk aufrüsten.
  4. Versicherung: Ob die Solarbank 4 Pro unter die Hausrat- oder Haftpflichtversicherung fällt, klären wir in unserem Artikel zur Balkonkraftwerk-Versicherung.

Für wen lohnt sich die Solarbank 4 Pro?

Die Solarbank 4 Pro ist nicht für jeden die richtige Wahl. Hier eine Einschätzung nach Nutzerprofil:

Nutzerprofil Eignung Begründung
Eigenheimbesitzer mit viel Dachfläche Bedingt Volle PV-Anlage mit größerem Speicher meist wirtschaftlicher
Eigenheimbesitzer mit begrenztem Budget Sehr gut Plug & Play, modular erweiterbar, kein Elektriker für 800W-Betrieb
Mieter mit sonnigem Balkon/Dach Gut Schneller Auf- und Abbau, mobil bei Umzug
Bestandskunde mit Solarbank 2 oder 3 Sehr gut Abwärtskompatibel, Upgrade der Haupteinheit möglich
Nutzer mit hohem Strombedarf (Wärmepumpe, E-Auto) Gut mit Erweiterung 30 kWh max — für sehr hohe Autarkie evtl. zu wenig
Unser Urteil
★★★★☆ 4.2/5 · Empfehlung mit Abstrichen
Die Anker SOLIX Solarbank 4 Pro ist ein durchdachtes, leistungsstarkes Balkonkraftwerk mit Speicher, das mit 4 MPPT-Trackern, PluginPower 2.0 und AI EMS echte Innovationen bietet. Der Einstiegspreis von 1.699 € ist fair, die Abwärtskompatibilität ein Pluspunkt. Punktabzug gibt es für die Schwachlicht-Schwächen und die begrenzte Erweiterung im Vergleich zum EcoFlow STREAM 5000. Für die meisten Haushalte mit mittlerem bis hohem Strombedarf eine solide Wahl.

Die Anker SOLIX App: Steuerung und Monitoring

Die Solarbank 4 Pro wird über die kostenlose Anker SOLIX App gesteuert, die für iOS und Android verfügbar ist. Die App ist das zentrale Bedienelement und bietet einen umfangreichen Funktionsumfang, der weit über einfaches Monitoring hinausgeht.

Überwachung in Echtzeit

Die App zeigt live die aktuelle Solarproduktion, den Batteriestand, den Hausverbrauch und die Einspeisung ins Netz an. Sie können nachvollziehen, wie viel Strom jede Komponente des Systems gerade liefert oder verbraucht. Übersichtlich aufbereitet in Diagrammen und Grafiken — auch im Tages-, Wochen- und Monatsvergleich.

Intelligente Energiestrategien

Das Herzstück der App ist das AI EMS, das verschiedene Betriebsmodi anbietet:

  • Eco-Modus: Maximale Eigenverbrauchsoptimierung — die Batterie wird so gesteuert, dass möglichst wenig Netzstrom bezogen wird.
  • Sparmodus: Bei dynamischen Stromtarifen lädt das System die Batterie, wenn der Strompreis niedrig ist, und entlädt sie bei Spitzenpreisen.
  • Backup-Modus: Reserviert einen Anteil der Batteriekapazität für Notfälle — nützlich bei häufigen Stromausfällen oder für kritische Verbraucher.
  • Planbasierter Modus: Sie können festlegen, dass die Waschmaschine um 14 Uhr läuft, wenn normalerweise die meiste Solarstrom zur Verfügung steht.

Sprachsteuerung und Automatisierung

Über den integrierten Anka Voice Assistant können Sie per Sprachbefehl Informationen abfragen und Einstellungen ändern. Die App unterstützt zudem Automatisierungsregeln: Sie können definieren, dass bei Unterschreiten einer bestimmten Batterieladung ein Alarm ausgegeben wird oder dass bestimmte Geräte automatisch eingeschaltet werden, wenn Solarstrom im Überschuss vorhanden ist.

Smart Meter Gen 2 Integration

Für eine noch präzisere Verbrauchsmessung bietet Anker den Smart Meter Gen 2 an, der direkt am Hausanschluss installiert wird. Dieser erfasst den gesamten Stromverbrauch des Haushalts und kommuniziert drahtlos mit der Solarbank. Dadurch kann das AI EMS noch genauer steuern, wann Solarstrom selbst verbraucht, gespeichert oder eingespeist wird. Der Smart Meter wird von einem Elektriker installiert.

Umweltaspekte und Nachhaltigkeit

Bei der Anschaffung eines Balkonkraftwerks mit Speicher spielen Umweltaspekte eine zunehmend wichtige Rolle. Die Solarbank 4 Pro verwendet LiFePO4-Batterien, die im Vergleich zu anderen Lithium-Ionen-Chemien (wie NMC oder NCA) mehrere ökologische Vorteile bieten: Sie enthalten weder Kobalt noch Nickel — beides Rohstoffe, deren Abbau mit erheblichen Umwelt- und Sozialproblemen verbunden ist. Eisen und Phosphat als Hauptbestandteile sind hingegen reichlich verfügbar und unbedenklich.

Anker gibt an, dass die Batteriezellen nach 10.000 Ladezyklen noch mindestens 80 % ihrer ursprünglichen Kapazität behalten. Bei einer täglichen Be- und Entladung entspricht das einer erwarteten Lebensdauer von etwa 15 Jahren. Danach kann die Batterie nicht einfach weggeworfen werden — Anker bietet ein Rücknahmeprogramm für ausgediente Speichermodule an, das eine fachgerechte Entsorgung oder ein mögliches Recycling gewährleistet.

CO2-Bilanz und energetische Amortisation

Die Herstellung eines SolarSpeichers verursacht CO2-Emissionen — das gilt für jedes Gerät auf dem Markt. Nach Einschätzung von unabhängigen Untersuchungen amortisieren sich Balkonkraftwerke mit LiFePO4-Speichern in der Regel nach etwa 1,5 bis 3 Jahren energetisch. Das bedeutet: Nach dieser Zeit hat das System mehr CO2 eingespart, als bei seiner Herstellung freigesetzt wurde.

Bei der Solarbank 4 Pro mit 12 Modulen und 5.586 kWh jährlicher Energieerzeugung (nach Herstellerangabe) fällt diese Amortisationszeit besonders kurz aus. Über die gesamte Lebensdauer von 15 Jahren kann das System schätzungsweise 15 bis 25 Tonnen CO2 einsparen — abhängig vom Strommix, den es ersetzt.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich die Solarbank 4 Pro ohne Elektriker betreiben?

Ja, für den Grundbetrieb mit 800 Watt Netzeinspeisung über die Schuko-Steckdose ist kein Elektriker erforderlich. Für den 2.500-Watt-Off-Grid-Anschluss über den Wieland-Stecker jedoch schon. Anker empfiehlt hierfür den Partner Solarcan.

Wie viele Solarmodule kann ich anschließen?

Die Solarbank 4 Pro unterstützt 4 bis 12 Solarmodule über vier unabhängige MPPT-Tracker. Bei 12 Modulen (à ca. 430-500 W) erreichen Sie die maximale Solareingangsleistung von 5.000 Watt.

Lohnt sich die Erweiterung auf 30 kWh?

Das hängt von Ihrem Verbrauch ab. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt verbraucht etwa 4.000 kWh pro Jahr. Bei 5 kWh Basis-Speicher und 5.000 W Solareingang erreichen Sie bereits eine hohe Autarkie. Die Erweiterung auf 30 kWh lohnt sich vor allem, wenn Sie eine Wärmepumpe oder ein E-Auto betreiben und auch im Winter Solarstrom speichern möchten.

Ist die Solarbank 4 Pro mit älteren Anker-Modulen kompatibel?

Ja. Die Solarbank 4 Pro ist abwärtskompatibel mit den Speichermodulen BP1600 und BP2700 aus der Solarbank-2- und Solarbank-3-Reihe. Allerdings kann die Installationsreihenfolge der unterschiedlichen Akkumodule die Ausgangsleistung beeinflussen. Der BP5000-Erweiterungsakku ist zudem mit Solarbank 2 Pro, 2 AC, 2 Plus und 3 Pro kompatibel.

Kann ich die Solarbank 4 Pro als Notstromversorgung nutzen?

Eingeschränkt ja. Über den 2.500-Watt-Off-Grid-Anschluss können Sie bei einem Stromausfall Geräte direkt betreiben. Ein vollautomatischer Ersatzstrombetrieb (wie bei echten Notstromaggregaten mit ATS) wird jedoch nicht angeboten. Die integrierte Notstromsteckdose schaltet sich bei Netzausfall automatisch zu.

Was kostet der Betrieb pro Jahr?

Die laufenden Kosten sind minimal: Es fallen keine Wartungsgebühren an, die LiFePO4-Batterien benötigen keine regelmäßige Wartung. Die App ist kostenlos. Eventuelle Kosten entstehen nur für die Internetverbindung (für AI EMS und Wetterdaten) und bei Erweiterungsmodulen. Die eingespeiste Strommenge kann unter Umständen vergütet werden.

Wie lange ist die Garantie?

Anker gewährt auf die Solarbank 4 Pro 10 Jahre Garantie. Die Batteriezellen sollen nach 10.000 Ladezyklen noch mindestens 80 % ihrer ursprünglichen Kapazität behalten — das entspricht bei täglicher Be- und Entladung einer Lebensdauer von etwa 15 Jahren.

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Solar-Experte und Redakteur

WattBalkon Redaktion

Die WattBalkon Redaktion testet und vergleicht Balkonkraftwerke, Stromspeicher und PV-Komponenten seit 2024. Wir arbeiten unabhängig von Herstellern und finanzieren uns durch Affiliate-Links. Unsere Tests basieren auf Herstellerangaben, Fachpublikationen und eigenen Messungen.