Balkonkraftwerk & Wärmepumpe 2026: Lohnt sich die Kombination?

📅22.08.2026 15 MIN REDAKTION
KI generiert: Balkonkraftwerk und Wärmepumpe kombiniert an einem Haus, 3D-Solarmodul mit Wechselrichter, Brutal-Design in Beige, Orange und Schwarz
* Affiliate-Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links (Amazon-Partner-ID: solarstrom0f-21). Kennzeichnung gemäß § 18 Abs. 2 MStV. · KI-Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Redaktion geprüft.

Wer eine Wärmepumpe hat oder darüber nachdenkt, stellt irgendwann dieselbe Frage: Kann mein Balkonkraftwerk die Stromrechnung für die Heizung drücken? Die Antwort ist unangenehm ehrlich: Es kommt darauf an, welche Wärmepumpe du betreibst. Eine Brauchwasser-Wärmepumpe für Warmwasser und eine Luftwärmepumpe, die das ganze Haus heizt, liegen wirtschaftlich Welten auseinander. Dieser Artikel rechnet die Kombination mit echten Zahlen durch, nennt die Deckungsraten pro Szenario und zeigt, wo die Fallstricke liegen.

Das Wichtigste in Kürze

Balkonkraftwerk plus Wärmepumpe funktioniert – aber nur in der richtigen Kombination: Eine Brauchwasser-Wärmepumpe lässt sich zu 25–40 % mit Solarstrom decken, eine Heizungs-Wärmepumpe im Winter meist nur zu 5–10 %, weil Ertrag und Heizbedarf in entgegengesetzten Jahreszeiten liegen.

  • 4.000–6.000 kWh Jahresstrombedarf einer Heizungs-Wärmepumpe
  • 500–1.200 kWh Jahresstrombedarf einer Brauchwasser-Wärmepumpe
  • 25–40 % Solar-Deckung bei der Brauchwasser-Wärmepumpe
  • 5–10 % Solar-Deckung bei der Heizungs-Wärmepumpe – Übergangszeit ist die goldene Zone

Wichtige Fakten

4.000–6.000 kWh
Strombedarf Heizungs-WP
EFH mit 15.000–20.000 kWh Wärmebedarf
500–1.200 kWh
Strombedarf Brauchwasser-WP
ganzjährig, gutes Saison-Profil
25–40 %
Deckung Brauchwasser-WP
durch 800-W-Balkonkraftwerk
5–10 %
Deckung Heizungs-WP
real nutzbar trotz rechnerischer 14 %

Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe wirklich?

Bevor irgendwelche Kombinationen Sinn ergeben, braucht man die Grundzahl. Eine Luft-Wärmepumpe, die ein Einfamilienhaus mit 15.000 bis 20.000 kWh Wärmebedarf versorgt, zieht bei einer Jahresarbeitszahl von 3 bis 4 etwa 4.000 bis 6.000 kWh Strom aus der Steckdose. Der ADAC rechnet mit 27 bis 42 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, thermondo beziffert den Standard-EFH auf 5.000 bis 6.000 kWh mit einer Bandbreite von 3.500 bis 10.000 kWh. Deutlich kleiner fällt die Brauchwasser-Wärmepumpe aus, die nur Warmwasser erzeugt: 500 bis 1.200 kWh im Jahr, je nach Personen im Haushalt. Bosch rechnet mit 600 bis 800 kWh Wärmebedarf pro Person, ein Vier-Personen-Haushalt landet bei etwa 800 bis 1.100 kWh Strom und damit 200 bis 300 Euro Jahreskosten. Zum Vergleich: Ein 800-Watt-Balkonkraftwerk bringt an einem guten Südbalkon rund 600 bis 800 kWh Ertrag im Jahr. Schon an dieser Gegenüberstellung sieht man die Dimension.

Der Strombedarf hängt dabei stark vom Gebäudestandard ab. thermondo rechnet für einen Neubau mit 150 Quadratmetern nur rund 2.700 kWh vor, ein ungedämmter Altbau kann mit derselben Fläche auf über 11.550 kWh kommen. Wer seine Wärmepumpe solar unterstützen will, liest deshalb zuerst den eigenen Jahresverbrauch aus der Abrechnung, statt mit Durchschnittswerten zu planen.

Das Winter-Problem: Zwei Saisons, die gegeneinander laufen

Der Kernkonflikt der Kombination ist saisonal. An einem kalten Januartag braucht die Heizungswärmepumpe 20 bis 30 kWh Strom, thermondo nennt für Wintertage sogar 20 bis 35 kWh. Das Balkonkraftwerk liefert an diesem Tag 0,5 bis 1 kWh. Im Sommer ist es umgekehrt: Da produziert die Anlage 3 bis 5 kWh täglich, während die Heizungspumpe fast nichts verbraucht. Die Erzeugungskurve und die Verbrauchskurve laufen praktisch gegenläufig, genau dann, wenn die Wärmepumpe Strom braucht, liefert der Balkon am wenigsten. Diese Winterlücke lässt sich mit einem Balkonkraftwerk nicht schließen, auch nicht mit angehängtem Speicher. Wer das bei der Planung ignoriert, enttäuscht später die eigene Erwartung.

Die goldene Zone: Übergangszeit statt Hochwinter

Wo die Kombination tatsächlich funktioniert, ist die Übergangszeit von März bis Mai und September bis November. Dann liefert ein Balkonkraftwerk 2 bis 4 kWh pro Tag, während die Wärmepumpe wegen der milden Temperaturen nur moderat läuft. Genau in diesen Monaten ist die Deckungsrate am höchsten. Wer den Warmwasser- oder Heizbetrieb bewusst in die Mittagsstunden legt, wenn die Module Volllast fahren, holt noch etwas heraus. Das ist kein Hexenwerk, sondern simples Lastverschieben: Spülmaschine, Waschmaschine und Dusche zeitlich zu passen, ist mit Wärmepumpe genauso wirksam wie ohne.

Brauchwasser-Wärmepumpe: Der realistischste Fall

Die Brauchwasser-Wärmepumpe im Keller oder Utility-Raum ist das Szenario mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis. Weil Warmwasser ganzjährig gebraucht wird, passt der Verbrauchsgang deutlich besser zur Solarproduktion als beim Heizen. Das Balkonkraftwerk-Kompendium hat dafür eine Beispielrechnung: 800 kWh Jahresverbrauch der Pumpe stehen rund 700 kWh BKW-Produktion gegenüber, realistisch deckbar sind 25 bis 40 Prozent, die Ersparnis liegt bei 70 bis 110 Euro im Jahr. Kein Vermögen, aber eine sinnvolle Ergänzung, wenn das Balkonkraftwerk ohnehin steht.

Zur Hardware: Brauchwasser-Wärmepumpen arbeiten mit 500 bis 1.500 Watt elektrischer Leistung und brauchen einen Warmwasserspeicher von 200 bis 300 Litern. Das Gerät kostet im Bosch-Umfeld 2.000 bis 3.000 Euro plus 300 bis 500 Euro Installation. Für die Kombination mit Steckersolar ist entscheidend, dass der Speicher genug Puffer hat: Ein großer, morgens halb leerer Speicher schluckt den Mittagsertrag der Module besser als ein kleines Gerät, das schon am Vormittag voll ist.

Als Erzeuger-Basis für dieses Szenario reicht ein solides Einstiegsset. Das Solarway 920W Komplettset kostet aktuell rund 369 Euro, liefert zwei Module mit insgesamt 920 Watt Modulleistung und damit Overpaneling-Charakter am 800-Watt-Wechselrichter: In der Übergangszeit, wenn die Sonne flach steht, holt die Anlage so mehr aus dem Tag. Für Haushalte, die primär Warmwasser solar unterstützen wollen, ist das eine preiswerte Basis.

Heizstab für Warmwasser: Der Sonderfall mit Stolperfallen

Viele Suchende meinen mit „Wärmepumpe und Balkonkraftwerk” eigentlich: Kann ich Solarüberschuss in Warmwasser umwandeln? Die kurze Antwort: mit dem falschen Gerät nein. Ein normaler 2- bis 3-kW-Heizstab braucht mehr Leistung, als ein Balkonkraftwerk je gleichzeitig liefert, er läuft dann überwiegend auf Netzstrom. Sinnvoll sind nur leistungsbegrenzte Spezialgeräte. Der Tepto PV-Heizstab begrenzt sich auf 550 Watt, das my-PV ELWA E moduliert zwischen 0 und 2.000 Watt und hängt mit eigenem MPP-Tracker direkt am Modulstrang. Aus der Praxis eines Photovoltaikforums: Ein Zweipersonen-Haushalt deckte damit etwa 93 kWh Warmwasser pro Monat in März und April allein aus der Anlage. Wer über diesen Weg nachdenkt, sollte ehrlich prüfen, ab welcher Modulleistung das funktioniert, ab etwa 3 kWp Dach-PV wird es entspannt, am reinen Balkonkraftwerk ist es Grenzgängerei.

Die Wirtschaftlichkeit ordnet sich unterschiedlich ein: ennergy sieht den PV-Heizstab vor allem als günstige Ergänzung, wenn ohnehin ein Warmwasserspeicher vorhanden ist. Die Anschaffung liegt weit unter dem Preis einer Brauchwasser-Wärmepumpe, die mit 2.000 bis 4.000 Euro zu Buche schlägt, dafür arbeitet das Wärmepumpengerät deutlich effizienter. Einplanen sollte man ein Netz-Backup für die Wintermonate, rein solar kommt der Heizstab von Dezember bis Februar kaum auf Temperatur.

Mini-Wärmepumpe im Gartenhaus: Einziger Fall mit hoher Deckung

Es gibt genau ein Szenario, in dem ein Balkonkraftwerk die Wärmepumpe fast komplett tragen kann: kleine Räume. Mini-Wärmepumpen mit 1 bis 3 kW Leistung für Gartenhaus, Werkstatt oder Ferienhütte brauchen im Jahr nur 270 bis 800 kWh, hier sind 40 bis 70 Prozent Deckung realistisch. priwatt hat dafür ein Beispiel gerechnet: Ein Elektroboiler verbrauchte 1.500 kWh für 450 Euro im Jahr, eine kleine Brauchwasser-Wärmepumpe mit COP 2,8 kommt auf 535 kWh für 160 Euro. Die Differenz von rund 290 Euro pro Jahr ist die höchste Ersparnis aller Kombinationen in diesem Artikel. Wer ein freistehendes Gartengerät plant, findet bei Balkonkraftwerk im Garten die rechtlichen und praktischen Grundlagen für Aufstellung und Anmeldung.

So viel deckt das Balkonkraftwerk realistisch

Gesprochen wurde viel, gerechnet zu wenig. Die folgende Grafik fasst die Deckungsraten der drei Szenarien zusammen, mit den Jahresbedarfen und der Ersparnis in Euro. Die Datenbasis stammt aus den Szenario-Rechnungen des Balkonkraftwerk-Kompendiums und den Verbrauchsbeispielen von priwatt, gerechnet mit 35 ct/kWh Arbeitspreis.

Balkendiagramm zur Deckungsrate eines 800-Watt-Balkonkraftwerks für Wärmepumpen-Strom: Mini-Wärmepumpe im Gartenhaus erreicht 40 bis 70 Prozent Deckung, Brauchwasser-Wärmepumpe 25 bis 40 Prozent, Heizungswärmepumpe im Einfamilienhaus nur 5 bis 10 Prozent bei 50 bis 120 Euro Ersparnis pro Jahr.
Deckungsrate eines 800-W-Balkonkraftwerks je Wärmepumpen-Szenario (Daten: Balkonkraftwerk-Kompendium, priwatt; Rechenbasis 35 ct/kWh, Stand 2026)

Die Stufenfolge ist eindeutig: Je kleiner der Wärmepumpen-Strombedarf, desto höher der Solaranteil. Für die Heizungswärmepumpe im Einfamilienhaus ist das Balkonkraftwerk ein Puzzlestein von 5 bis 10 Prozent, rechnerisch wären maximal 14 Prozent drin, der Saisongegensatz frisst den Rest. Die eigentliche Lösung für Heizungswärmepumpen-Besitzer wäre Dach-PV mit 5 bis 15 kWp und 30 bis 50 Prozent Deckung, das ist eine andere Liga.

Speicher als Brücke: Mittagsertrag in die Abendstunden

Wärmepumpen laufen nicht nur mittags, wenn der Balkon liefert, sondern abends und früh, wenn der Ertrag gegen null geht. Ein Speicher verschiebt den Mittagsüberschuss genau in diese Fenster. Der Marstek B2500 hält 2.240 Wh zwischenspeicherbar, kostet aktuell rund 344 Euro und lässt sich per Plug-and-Play an fast jedes Balkonkraftwerk anschließen. Modular erweiterbar ist er ebenfalls, und die eingebaute Notstromfunktion für Kühlschrank und Router ist ein Nebenbonus. Wer weniger ausgeben will, findet im Marstek B2500D eine fast baugleiche Variante ab etwa 345 Euro ohne Notstromambitionen. Ob sich der Akku rechnet, hängt vom Tarif ab, die ausführliche Rechnung steht in unserer Analyse zur Speicher-Amortisation und im Vergleich der 5-kWh-Speicher.

SG-Ready: Die Wärmepumpe als thermische Batterie

Für die Kombination interessant ist die SG-Ready-Kennzeichnung moderner Wärmepumpen. Dahinter stecken zwei potentialfreie Relaiskontakte (K1/K2) mit vier Betriebszuständen. Relevant ist Zustand 3, die Einschalempfehlung: Empfängt die Pumpe dieses Signal, erhöht sie die Solltemperatur des Pufferspeichers und lädt ihn gewissermaßen auf, Wärme wird vorgezogen, während Strom günstig oder solar verfügbar ist. Der Pufferspeicher wird damit zur thermischen Batterie. Seit 2025 ist SG-Ready faktisch Voraussetzung für die BAFA-Förderung neuer Wärmepumpen. Mit einem Balkonkraftwerk allein lässt sich das Signal zwar nicht direkt erzeugen, aber in Kombination mit einer Steuerung, die den Ertrag kennt, rückt das Laufzeit-Management in Reichweite.

Der Pufferspeicher spielt dabei die Hauptrolle: Je mehr Liter Wasser er fasst, desto mehr vorgezogene Wärme kann die Wärmepumpe in den Mittagsstunden einspeichern. Für die Kombination mit einem Balkonkraftwerk heißt das, den Pufferspeicher gleich mitzuplanen, wenn ohnehin eine neue Anlage ansteht. Nachträglich lohnt der Einbau selten.

§14a EnWG: Betrifft die Steuerungspflicht auch das Balkonkraftwerk?

Ein häufiges Missverständnis braucht Klarheit: §14a EnWG regelt steuerbare Verbrauchseinrichtungen über 4,2 kW, also große Wärmepumpen, Wallboxen und Speicher mit Netzbezug. Er betrifft niemals Erzeuger. Ein Balkonkraftwerk bis 800 VA hat keine Steuerungspflicht, Punkt. Für Wärmepumpenbesitzer relevant sind die Netzentgelt-Module: Modul 1 ist die Pauschale von 110 bis 190 Euro im Jahr und wird automatisch gewählt. Modul 2 reduziert das Arbeitspreis-Netzentgelt um 60 Prozent, braucht aber einen separaten Zähler und lohnt sich erst ab rund 4.000 kWh Wärmepumpen-Jahresverbrauch, so die Verbraucherzentrale. Wer nur eine Brauchwasser-Wärmepumpe mit unter 1.000 kWh betreibt, fährt mit Modul 1 besser. Die Dimmung von Verbrauchern ist auf mindestens 4,2 kW begrenzt, eine Abschaltung ist gesetzlich ausgeschlossen.

Wenn mehr gehen soll: AC-Speicher als Brückentechnik

Zwischen Balkonkraftwerk-Speichern für wenige hundert Euro und Dach-PV-Heimspeichern für viertausend und mehr klafft eine Lücke, die seit 2026 neue Geräte schließen. Der Anker SOLIX Solarbank Max AC (7 kWh, bidirektionaler Wechselrichter mit 3.500 W, 10.000 Zyklen, Außeneinsatz, ohne Elektriker nachrüstbar) ist ausdrücklich stark genug, um Wärmepumpe oder Wallbox zu bedienen. Je nach Bundle kostet die Solarbank Max AC laut Händlerangaben 1.429 bis 2.279 Euro und liegt damit zwischen Steckersolar-Setup und klassischem Heimspeicher. Als Einstieg in diese Klasse kostet der Anker SOLIX 2 E1600 AC derzeit rund 529 Euro und funktioniert als AC-Speicher, der unabhängig von der Modulleistung Netzbezug und Einspeisung puffert. Wer planvoll in Richtung Wärmepumpe plus mehr PV wächst, findet im EcoFlow STREAM 5000 die Premium-Variante: zwei 800-W-Wechselrichter im Umschaltbetrieb auf 2.400 Watt plus großer Akku, für rund 1.899 Euro.

Rechenbeispiel: Was bringt die Kombination konkret?

Ein Haushalt mit Brauchwasser-Wärmepumpe (900 kWh Bedarf), 800-W-Balkonkraftwerk (700 kWh Ertrag) und Wärmepumpenstrom um 26,7 ct/kWh laut Verivox-Herbstanalyse: Die realistische Deckung von 30 Prozent entspricht 270 kWh, also etwa 72 Euro im Jahr. Zusammen mit dem normalen Haushaltsverbrauch, den die Anlage zusätzlich speist, kommt man auf die 70 bis 110 Euro aus den Szenario-Rechnungen. Beim Heizungswärmepumpen-Haushalt mit 5.000 kWh Bedarf bleiben selbst bei optimistischer Rechnung 250 bis 500 kWh Solaranteil, das sind 50 bis 120 Euro. Wer es genauer wissen will, findet in unserer Kosten- und Amortisationsrechnung die komplette Mathematik. Wichtig für die Gesamtstrategie: Mit einem Smart Meter und einem dynamischen Stromtarif lässt sich der WP-Strombezug zusätzlich verbilligen, Details im Artikel zu Balkonkraftwerk mit Smart Meter und dynamischem Tarif.

Der Strompreis macht die Rechnung unabhängig vom Solaranteil: Laut Verivox-Analyse von Herbst 2025 liegt effizienter Wärmepumpenstrom bei 26,7 ct/kWh, ein Einfamilienhaus zahlt damit 750 bis 1.600 Euro im Jahr. Gegenüber Gaskosten von rund 2.262 Euro bei 20.000 kWh Wärmebedarf ist die Wärmepumpe mit 1.337 Euro etwa 41 Prozent günstiger. Das Balkonkraftwerk verbilligt den Wärmepumpenstrom in dieser Rechnung zusätzlich, die Hauptersparnis kommt aus der Technologie selbst. Im Gartenhaus-Szenario von priwatt übersteigt die Ersparnis von rund 290 Euro pro Jahr zudem alles, was am Wohnhaus möglich ist.

Stromtarif-Vergleich online

Hinweis: Dieser Vergleichsrechner gehört zu einem Partnerprogramm. Für vermittelte Verträge erhalten wir eine Provision.

Für wen lohnt sich die Kombination, für wen nicht?

Die ehrliche Kurzform: Als Ergänzung zu einer Brauchwasser-Wärmepumpe oder einer Mini-Wärmepumpe im Gartenhaus lohnt sich das Balkonkraftwerk, weil Saison und Bedarf zusammenpassen. Als Hebel gegen die Stromrechnung einer Heizungswärmepumpe taugt es nicht, dafür ist der Winter-Gap zu groß. Wer neu plant, dimensioniert nach dem Lastgang und nicht nach der Modulleistung: erst den Verbrauch kennen, dann die Erzeugung wählen. Und wer bereits ein Balkonkraftwerk hat und jetzt eine Wärmepumpe anschafft, sollte SG-Ready-Kontakte, Pufferspeicher und ein §14a-Modul mitdenken, dort liegen die höheren Beträge als bei der Solardeckung selbst.

Für Mieter bleibt die Auswahl eng: Eine Heizungswärmepumpe in der Mietwohnung ist unrealistisch. Realistisch ist die Kombination aus Balkonkraftwerk und Mini-Wärmepumpe im Gartenhaus oder auf dem Grundstück, für Warmwasser in der Wohnung bleibt praktisch nur der leistungsbegrenzte Heizstab, und der braucht die Zustimmung des Vermieters.

Unser Urteil
Die Kombination lohnt sich bei Brauchwasser- und Gartenhaus-Wärmepumpen mit 70 bis 110 Euro Ersparnis im Jahr – für Heizungswärmepumpen ist der Winter-Gap zu groß
Ein 800-W-Balkonkraftwerk deckt im Realfall 5 bis 70 Prozent des Wärmepumpenstroms, je nach Typ und Saison. Die goldene Zone ist die Übergangszeit, in der Solarertrag und Bedarf zusammenpassen: Eine Brauchwasser-Wärmepumpe (900 kWh Bedarf) bekommt daraus rund 30 Prozent Deckung, das sind etwa 72 Euro im Jahr. Wer neu plant, dimensioniert nach dem Lastgang statt nach Modulleistung und denkt SG-Ready-Kontakte, Pufferspeicher und ein §14a-EnWG-Modul mit – dort liegen die höheren Beträge als bei der Solardeckung selbst.

Häufig gestellte Fragen

Kann ein Balkonkraftwerk eine Wärmepumpe komplett betreiben?

Nein. Eine Heizungswärmepumpe im Einfamilienhaus braucht 4.000 bis 6.000 kWh Strom im Jahr, ein 800-Watt-Balkonkraftwerk liefert davon realistisch nur 5 bis 10 Prozent nutzbaren Anteil. Vollständige Deckung ist nur mit Dach-PV im zweistelligen kWp-Bereich möglich.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Jahr?

Eine Luft-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus verbraucht 4.000 bis 6.000 kWh, laut ADAC 27 bis 42 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Eine Brauchwasser-Wärmepumpe für Warmwasser kommt auf 500 bis 1.200 kWh, ein Vier-Personen-Haushalt auf etwa 800 bis 1.100 kWh.

Lohnt sich die Kombination Balkonkraftwerk und Wärmepumpe wirtschaftlich?

Als Ergänzung ja, als Eigenständiger nein. Bei einer Brauchwasser-Wärmepumpe sind 70 bis 110 Euro Ersparnis im Jahr realistisch, bei einer Heizungswärmepumpe 50 bis 120 Euro. Ein eigenes Balkonkraftwerk nur für die Wärmepumpe zu kaufen, amortisiert sich kaum.

Kann ich mit dem Balkonkraftwerk Warmwasser erzeugen?

Mit einer Brauchwasser-Wärmepumpe zu 25 bis 40 Prozent oder mit einem leistungsbegrenzten PV-Heizstab um 550 Watt. Normale Heizstäbe mit 2 bis 3 kW Leistung sind für Balkonkraftwerk-Überschuss nicht geeignet, sie laufen überwiegend auf Netzstrom.

Was heißt SG-Ready bei der Wärmepumpe?

SG-Ready ist eine Schnittstelle mit zwei potentialfreien Kontakten (K1/K2) und vier Betriebszuständen. In Zustand 3, der Einschalempfehlung, erhöht die Pumpe die Pufferspeicher-Temperatur und nutzt ihn als thermische Batterie. Seit 2025 ist die Kennzeichnung faktisch BAFA-Fördervoraussetzung für neue Geräte.

Betrifft §14a EnWG mein Balkonkraftwerk?

Nein. Der Paragraph regelt steuerbare Verbraucher über 4,2 kW wie große Wärmepumpen und Wallboxen. Ein Balkonkraftwerk bis 800 VA ist als Erzeuger von jeder Steuerungspflicht ausgenommen, an der Netzeinspeisung ändert sich nichts.

Lohnt sich ein separater Zähler für die Wärmepumpe?

Meist nicht. Das Netzentgelt-Modul 2 mit 60 Prozent Rabatt braucht einen separaten Zähler und lohnt sich erst ab etwa 4.000 kWh Jahresverbrauch. Für eine Brauchwasser-Wärmepumpe unter 1.000 kWh ist die Modul-1-Pauschale von 110 bis 190 Euro die bessere Wahl.

Welcher Speicher passt zu Balkonkraftwerk und Wärmepumpe?

Für die reine Lastverschiebung reichen Balkonkraftwerk-Speicher zwischen 345 und 550 Euro mit 2,2 bis 2,5 kWh Kapazität. Wer eine Heizungswärmepumpe betreibt und mehr Puffer will, braucht AC-Speicher mit mindestens 3.500 Watt Wechselrichterleistung wie den Anker Solarbank Max AC. Klassische Heimspeicher an Dach-PV sind die nächste Stufe.

Funktioniert die Kombination auch in der Mietwohnung?

Nur eingeschränkt. Eine Heizungswärmepumpe in der Mietwohnung ist unrealistisch, realistisch ist die Kombination aus Balkonkraftwerk und Mini-Wärmepumpe im Gartenhaus oder auf dem eigenen Grundstück. Für Warmwasser in der Wohnung selbst bleibt praktisch nur der leistungsbegrenzte Heizstab, und der braucht die Zustimmung des Vermieters.

WB

Wattbalkon Redaktion

Unabhängige Tests und Ratgeber rund um Balkonkraftwerke. Jeder Artikel wird von Experten geprüft und laufend aktualisiert.