10 Min. Lesezeit
* Affiliate-Hinweis: Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind Amazon-Partnerlinks. Bei Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision — für Sie entstehen keine zusätzlichen Kosten. Amazon-Partner-ID: solarstrom0f-21. Kennzeichnung gemäß § 18 Abs. 2 MStV. KI-Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Redaktion geprüft.

Ein Balkonkraftwerk ohne Speicher verschenkt Strom: Tagsüber, wenn die Sonne scheint, produziert die Anlage Energie. Wer dann nicht zu Hause ist, speist den Überschuss kostenlos ins öffentliche Netz ein. Ein Speicher fängt diese Energie ein und macht sie abends nutzbar. Aber lohnt sich die Investition wirklich? Wir haben nachgerechnet — mit realistischen Zahlen für 2026, aktuellen Preisen und ehrlichen Fazits.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wann sich ein Balkonkraftwerk-Speicher wirtschaftlich rechnet, welche Faktoren die Amortisation beeinflussen und wann Sie lieber auf einen Akku verzichten sollten. Eine detaillierte Übersicht aller Speicher-Modelle finden Sie in unserem Balkonkraftwerk-Speicher Test 2026.

1. Die Grundlage: Eigenverbrauch als entscheidende Kennzahl

Der Eigenverbrauch ist die wichtigste Kennzahl für die Wirtschaftlichkeit eines Balkonkraftwerks. Er bezeichnet den Anteil des selbst produzierten Solarstroms, den Sie selbst verbrauchen — statt ihn unentgeltlich ins Netz einzuspeisen. Je höher der Eigenverbrauch, desto mehr Stromkosten sparen Sie.

Eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin zeigt: Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch bei Balkonkraftwerken typischerweise zwischen 30 und 40 Prozent. Das bedeutet: 60 bis 70 Prozent des selbst erzeugten Stroms fließen ungenutzt ins Stromnetz. Mit einem Speicher steigt der Eigenverbrauch auf bis zu 70 Prozent — mehr als eine Verdopplung der selbst genutzten Energie.

30–40%
Eigenverbrauch ohne Speicher
laut HTW Berlin
bis 70%
Eigenverbrauch mit Speicher
bei optimierter Nutzung
~37 Cent
Strompreis 2026/kWh
BDEW Durchschnitt
575–1.099€
Speicherkosten 2026
Stiftung Warentest

Warum ist das so? Ein Balkonkraftwerk produziert Strom tagsüber — mit einem deutlichen Peak zur Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht. Aber die meisten Haushalte verbrauchen Strom vor allem morgens und abends: Dann läuft die Kaffeemaschine, der Fernseher, die Waschmaschine. Ohne Speicher geht der mittägliche Stromüberschuss verloren. Der Speicher speichert die Energie und gibt sie genau dann ab, wenn Sie sie brauchen.

2. Die Rechnung: Mit vs. ohne Speicher

Um die Wirtschaftlichkeit zu beurteilen, vergleichen wir zwei typische Szenarien. Wir verwenden realistische Zahlen für Deutschland im Jahr 2026: einen Strompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde (BDEW-Durchschnitt für Bestandskunden) und eine durchschnittliche Sonneneinstrahlung von etwa 850 kWh pro kWp installierter Leistung.

Szenario A: 800-Watt-Balkonkraftwerk ohne Speicher

Ein 800-Watt-Balkonkraftwerk (zwei 400-Watt-Module) produziert in Deutschland etwa 680 kWh Strom pro Jahr. Bei einem Eigenverbrauch von 35 Prozent nutzen Sie davon rund 238 kWh selbst. Bei 37 Cent pro kWh entspricht das einer jährlichen Ersparnis von etwa 88 Euro. Die restlichen 442 kWh fließen unentgeltlich ins Netz.

Bei Anschaffungskosten von 400 bis 600 Euro für ein Komplettset amortisiert sich die Anlage in etwa fünf bis sieben Jahren. Das ist solide — aber Sie verschenken potenziell mehr als 160 kWh pro Jahr an das Stromnetz.

Szenario B: 2000-Watt-Balkonkraftwerk mit 2-kWh-Speicher

Ein 2000-Watt-Balkonkraftwerk (vier 500-Watt-Module) produziert etwa 1.700 kWh pro Jahr. Mit einem 2-kWh-Speicher steigt der Eigenverbrauch auf 65 Prozent: Sie nutzen 1.105 kWh selbst. Bei 37 Cent pro kWh entspricht das einer jährlichen Ersparnis von rund 409 Euro.

Die Gesamtkosten für Anlage und Speicher liegen bei etwa 1.400 bis 1.800 Euro. Die Amortisation dauert etwa vier bis fünf Jahre. Im Vergleich dazu amortisiert sich die gleiche 2000-Watt-Anlage ohne Speicher (Kosten: 700 bis 900 Euro) in etwa drei bis vier Jahren — spart aber jährlich nur etwa 220 Euro.

Die entscheidende Frage

Der Speicher kostet etwa 600 bis 1.000 Euro extra und bringt etwa 150 bis 200 Euro zusätzliche Ersparnis pro Jahr. Die Zusatzamortisation des Speichers allein liegt also bei vier bis sechs Jahren — bei einer Speicher-Lebensdauer von 10 Jahren und 6.000 Ladezyklen eindeutig profitabel. Aber: Diese Rechnung geht nur auf, wenn Sie den Speicher tatsächlich auslasten. Wer tagsüber zu Hause ist und den Strom direkt verbraucht, braucht keinen Akku.

Die Break-Even-Analyse

Wann genau schlägt der Speicher den Verzicht? Die Break-Even-Analyse vergleicht die kumulierten Kosten beider Optionen über die Zeit. Ohne Speicher investieren Sie 800 Euro und sparen jährlich 220 Euro. Mit Speicher investieren Sie 1.500 Euro und sparen jährlich 409 Euro. Die Differenzinvestition von 700 Euro wird durch die zusätzliche Jahresersparnis von 189 Euro nach 3,7 Jahren ausgeglichen. Ab Jahr 4 ist der Speicher profitabel — und da die Lebensdauer 10 bis 15 Jahre beträgt, profitieren Sie noch 6 bis 11 Jahre von der Investition.

Diese Rechnung ändert sich natürlich mit den Eingangsparametern. Bei einem Strompreis von nur 28 Cent pro kWh (wie in einigen Regionen Deutschlands verfügbar) sinkt die zusätzliche Ersparnis und die Break-Even-Zeit verlängert sich auf 5 bis 6 Jahre. Bei 42 Cent pro kWh verkürzt sie sich auf 3 Jahre. Der Speicher lohnt sich also umso mehr, je teurer Ihr Strom ist.

3. Was kostet ein Balkonkraftwerk-Speicher 2026?

Die Stiftung Warentest hat im Februar 2026 fünf Stromspeicher für Balkonkraftwerke getestet — mit Kapazitäten von 1,92 bis 2,69 kWh. Die Preise reichen von 575 Euro (Growatt Nexa 2000) bis 1.099 Euro (Anker SOLIX Solarbank 3 E2700 Pro). Die gute Nachricht: Die Speicherpreise sinken. Während noch 2024 ähnliche Modelle 30 bis 40 Prozent teurer waren, gibt es 2026 brauchbare Speicher bereits unter 600 Euro.

Größere Speicher mit 4 bis 5 kWh Kapazität — wie die Anker SOLIX Solarbank 4 Pro — kosten zwischen 1.200 und 2.000 Euro. Sie lohnen sich vor allem für Haushalte mit hohem Stromverbrauch und 4-Modul-Anlagen. Auch der Balkonkraftwerk mit 5 kWh Speicher wird für Großverbraucher zunehmend interessant.

Wer nach den allgemeinen Kosten eines Balkonkraftwerks sucht, findet in unserem separaten Ratgeber eine detaillierte Aufstellung aller Preisfaktoren.

4. Faktoren, die die Amortisation beeinflussen

Die Amortisationszeit eines Speichers hängt von mehreren Faktoren ab, die Sie kennen sollten, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen.

Faktor Einfluss auf Amortisation Optimaler Bereich
Strompreis Je höher, desto schneller amortisiert der Speicher ab 30 Cent/kWh
Tagsüber zu Hause? Nein = Speicher sehr sinnvoll Berufstätig tagsüber abwesend
Anlagengröße Mehr Module = mehr Überschuss = Speicher lohnt eher ab 800 Watt, ideal 2000 Watt
Speicherkapazität Zu groß = nicht ausgelastet; zu klein = Überschuss geht verloren 1–2 kWh pro 1000 Watt Modulleistung
Stromverbrauch Haushalt Höherer Verbrauch = mehr Ersparnis durch Eigenverbrauch ab 3.000 kWh/Jahr
Speicher-Wirkungsgrad Höherer Wirkungsgrad = weniger Verluste pro Ladezyklus ab 90% Round-Trip-Effizienz
Dynamischer Stromtarif Preisspitzen abfangen = zusätzliche Ersparnis Tibber, Octopus Energy etc.

Der Wirkungsgrad: Wie viel Energie geht verloren?

Kein Speicher ist zu 100 Prozent effizient. Beim Laden und Entladen geht Energie verloren — vor allem als Wärme. Dieser Verlust wird als Round-Trip-Effizienz bezeichnet. Die HTW Berlin hat in ihrer Stromspeicher-Inspektion 2026 Wirkungsgrade zwischen 80 und 95 Prozent gemessen. Ein Speicher mit 90 Prozent Wirkungsgrad gibt also von 2 kWh geladener Energie nur 1,8 kWh wieder ab. Das bedeutet: Je effizienter der Speicher, desto schneller amortisiert er sich.

Der Wirkungsgrad variiert dabei nicht nur zwischen Herstellern, sondern auch mit der Belastung. Bei geringer Lade- oder Entladeleistung sinkt die Effizienz, weil die Verluste durch die internen Elektronikkomponenten relativ steigen. Optimal arbeiten Speicher im Bereich von 50 bis 80 Prozent ihrer Maximallast. Im HTW-Rating erhalten nur Speicher der Effizienzklasse A oder B eine uneingeschränkte Empfehlung. Modelle der Klasse G verzeichnen Verluste, die die jährliche Ersparnis um bis zu 40 Euro reduzieren können.

Zusätzlich zum einmaligen Wirkungsgrad-Verlust pro Ladezyklus gibt es auch Selbstentladung: Auch wenn der Speicher ungenutzt bleibt, verliert er über Tage und Wochen langsam Energie. Bei modernen LiFePO4-Akkus liegt diese Selbstentladung bei unter 3 Prozent pro Monat und ist daher vernachlässigbar. Bei älteren Nickel-Metallhydrid-Akkus war sie deutlich höher.

5. Wann lohnt sich ein Speicher — und wann nicht?

Nicht jeder Haushalt profitiert gleichermaßen von einem Speicher. Die Entscheidung hängt vor allem von Ihrem Verbrauchsverhalten ab.

Speicher lohnt sich, wenn …

  • Sie tagsüber nicht zu Hause sind und Strom vor allem abends verbrauchen
  • Ihr Haushalt einen höheren Stromverbrauch hat (Familie, 3.000+ kWh/Jahr)
  • Sie eine 2000-Watt-Anlage mit vier Modulen betreiben (viel Überschuss)
  • Sie maximale Unabhängigkeit vom Stromnetz anstreben
  • Sie einen dynamischen Stromtarif nutzen und Preisspitzen abfangen wollen
  • Ihr Strompreis über 35 Cent/kWh liegt

Speicher lohnt sich NICHT, wenn …

  • Sie im Homeoffice arbeiten und tagsüber Strom direkt verbrauchen
  • Sie einen niedrigen Stromverbrauch haben (Single-Haushalt, unter 2.000 kWh)
  • Sie nur eine kleine Anlage (unter 600 Watt) betreiben
  • Der Speicher kaum geladen wird, weil der Überschuss zu gering ist
  • Sie die Anschaffungskosten so niedrig wie möglich halten wollen
  • Sie in den ersten 2–3 Jahren schnelle Amortisation bevorzugen

6. Die wichtigsten Speicher-Systeme im Preisvergleich

Nicht jeder Speicher eignet sich für jedes Balkonkraftwerk. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Systeme am deutschen Markt 2026. Detaillierte Tests und Erfahrungsberichte finden Sie in unserem Speicher-Test.

System Kapazität Preis (ca.) Preis/kWh Besonderheit
Growatt Nexa 2000 1,92 kWh 575€ ~299€ Günstigster getestet
Zendure SolarFlow 800 Pro 1,92 kWh 799€ ~416€ Modular erweiterbar
Anker SOLIX Solarbank 3 E2700 Pro 2,69 kWh 1.099€ ~409€ Höchste Kapazität im Test
Marstek B2500 2,04 kWh ~700€ ~343€ Integrierter Wechselrichter
Anker SOLIX Solarbank 4 Pro 5 kWh ~1.500€ ~300€ 4 MPPT, für Großanlagen

Der Trend geht eindeutig zu größeren Speichern: Während 2024 noch 1-kWh-Modelle dominierten, sind 2026 die meisten Neuinstallationen mit 2-kWh-Speichern ausgestattet. Für 4-Modul-Anlagen mit 2000 Watt empfehlen sich 2 bis 4 kWh Speicherkapazität.

7. Dynamische Stromtarife: Das versteckte Potenzial

Ein Faktor, der in vielen Amortisationsrechnungen vergessen wird: dynamische Stromtarife. Anbieter wie Tibber oder Octopus Energy passen den Strompreis stündlich an die Börsenpreise an. Tagsüber, wenn viel Solarstrom im Netz ist, kostet Strom manchmal nur 15 bis 20 Cent. Abends, bei hohem Bedarf, kann er auf 50 Cent oder mehr steigen.

Ein intelligenter Balkonkraftwerk-Speicher kann genau das ausnutzen: Er lädt sich, wenn der Strompreis niedrig ist (oder die Sonne scheint), und entlädt sich, wenn der Preis hoch ist. Das System des EcoFlow PowerStream mit Shelly-Integration zeigt, wie Smart-Home-Komponenten den Eigenverbrauch weiter optimieren können.

Durch die Kombination von Solarerzeugung, Speicher und dynamischem Tarif lassen sich Ersparnisse von 30 bis 50 Prozent gegenüber einem herkömmlichen Fixpreis-Tarif erzielen — das beschleunigt die Speicher-Amortisation um ein bis zwei Jahre.

Ein konkretes Beispiel: Angenommen, Ihr Balkonkraftwerk produziert an einem sonnigen Junitag 8 kWh Strom. Sie verbrauchen davon 3 kWh tagsüber direkt, 3 kWh laden in den Speicher und 2 kWh fließen ins Netz. Am Abend, zwischen 19 und 22 Uhr, wenn der Strompreis bei einem dynamischen Tarif auf 48 Cent steigt, entladen Sie den Speicher und sparen statt der normalen 37 Cent pro kWh ganze 48 Cent — das ist eine zusätzliche Ersparnis von 11 Cent pro kWh, also rund 33 Cent an diesem Abend allein durch den Preisarbitrage. Über ein Jahr gerechnet kann das 50 bis 100 Euro zusätzliche Ersparnis bringen.

Allerdings sind dynamische Stromtarife in Deutschland noch nicht flächendeckend verfügbar. Stand 2026 bieten Tibber, Octopus Energy und 1Komma5° entsprechende Tarife an. Ein Wechsel lohnt sich vor allem für Haushalte mit intelligentem Stromzähler und programmierbarem Speicher. Der Smart Meter ist ab 2027 für alle Haushalte unter 6.000 kWh Jahresverbrauch verpflichtend.

8. Steuervorteile und Förderung: Was gibt es zusätzlich?

Seit 2023 sind Einnahmen aus Balkonkraftwerken bis 2.000 Watt steuerfrei — Sie müssen die eingespeiste Menge nicht versteuern. Für den Eigenverbrauch fallen ohnehin keine Steuern an. Aber es gibt weitere finanzielle Anreize, die die Wirtschaftlichkeit eines Speichers verbessern.

Viele Bundesländer bieten Zuschüsse für Balkonkraftwerke mit Speicher an. Mecklenburg-Vorpommern fördert mit bis zu 500 Euro, Bayern bietet regionale Programme, und einige Kommunen haben eigene Solar-Förderprogramme. Diese Zuschüsse reduzieren die Anschaffungskosten und verkürzen die Amortisationszeit erheblich — oft um ein bis zwei Jahre.

Auch die KfW-Förderung für energiesparende Maßnahmen kann unter bestimmten Voraussetzungen für Speicher-Systeme in Anspruch genommen werden — insbesondere im Rahmen des Programms für erneuerbare Energien. Informieren Sie sich bei Ihrer Kommune oder beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) über aktuelle Programme. Die Förderlandschaft ändert sich schnell: Was heute gilt, kann nächsten Quartal angepasst werden.

Ein weiterer Steuervorteil: Die Umsatzsteuer auf den Kauf eines Balkonkraftwerks mit Speicher kann unter bestimmten Bedingungen zurückerstattet werden, wenn die Anlage gewerblich genutzt wird oder im Rahmen einer Photovoltaik-Förderung angeschafft wird. Bei Privatnutzung entfällt dieser Vorteil jedoch. Die steuerfreie Einspeisevergütung bis 2.000 Watt gilt seit 2023 und ist durch das Solarpaket I unbefristet verlängert worden.

9. Lebensdauer und Garantien: Langfristig rechnen

Die Lebensdauer eines Balkonkraftwerk-Speichers ist ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit. Gute Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LiFePO4) erreichen 6.000 Ladezyklen oder mehr. Bei einer durchschnittlichen Belastung von einem Ladezyklus pro Tag entspricht das etwa 16 Jahren Lebensdauer.

Hersteller wie Anker bieten auf ihre Solarbank-Serie 10 Jahre Garantie. Auch Growatt und Zendure gewähren mittlerweile mehrjährige Garantien. Die Degradation — der Kapazitätsverlust über die Zeit — liegt bei Qualitäts-Speichern bei weniger als 20 Prozent nach 10 Jahren.

Für die Amortisationsrechnung bedeutet das: Selbst wenn der Speicher nach 8 bis 10 Jahren noch 80 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität hat, arbeitet er weiterhin profitabel. Die Investition amortisiert sich also mehrfach über die Lebensdauer. Ein 1.000-Euro-Speicher, der über 12 Jahre läuft und jährlich 180 Euro einspart, bringt insgesamt 2.160 Euro Ersparnis — das entspricht einem Return on Investment von über 100 Prozent.

Dabei ist die Wahl der richtigen Akkutechnologie entscheidend. Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4) hat sich als Standard für Balkonkraftwerk-Speicher etabliert, da es besonders sicher, langlebig und thermisch stabil ist. Andere Chemien wie Nickel-Mangan-Cobalt (NMC) bieten eine etwas höhere Energiedichte, sind aber anfälliger für thermische Probleme und altern schneller. Die HTW Berlin empfiehlt in ihrer Inspektion 2026 ausdrücklich LiFePO4-Akkus für stationäre Anwendungen.

Wichtig: Die angegebene Zyklenanzahl bezieht sich auf die Anzahl der vollständigen Lade- und Entladezyklen bis die Kapazität auf 80 Prozent des ursprünglichen Wertes sinkt. Ein Speicher, der halb entladen und dann wieder voll geladen wird, verzeichnet einen halben Zyklus — nicht einen ganzen. In der Praxis erreicht ein gut dimensionierter Speicher daher deutlich mehr Teilzyklen, bevor die 80-Prozent-Grenze erreicht ist.

10. Praxis-Tipps: So maximieren Sie die Amortisation

Ein Speicher bringt nur dann den vollen Nutzen, wenn er richtig eingesetzt wird. Diese Tipps helfen Ihnen, die Wirtschaftlichkeit zu maximieren.

  • Verbraucher timed verschieben: Stellen Sie Waschmaschine, Geschirrspüler und andere Großverbraucher auf Zeiten, in denen der Speicher voll ist — meist abends zwischen 18 und 22 Uhr.
  • Speichergröße anpassen: Ein zu großer Speicher wird nie vollständig geladen und amortisiert langsamer. Ein zu kleiner verliert Überschuss. Faustregel: 1 kWh Speicherkapazität pro 1.000 Watt Modulleistung.
  • Smart-Meter nutzen: Ein intelligenter Stromzähler zeigt Ihnen genau, wann und wie viel Strom Sie verbrauchen — so können Sie Ihr Verbrauchsverhalten optimieren.
  • Module richtig ausrichten: Eine Südausrichtung mit 30 Grad Neigung bringt den höchsten Ertrag. Ost-West-Aufstellungen verteilen den Ertrag gleichmäßiger über den Tag, was den Speicher besser auslastet.
  • Dynamischen Tarif prüfen: Wenn Ihr Speicher programmierbar ist, laden Sie ihn bei niedrigen Börsenpreisen und entladen Sie bei Spitzenpreisen.
  • Überpaneling erwägen: Seit der VDE-Normänderung März 2026 ist Überpaneling mit Speicher erlaubt — mehr Module als der Wechselrichter verarbeiten kann. Das erhöht die Auslastung des Speichers an schwachen Sonnentagen.
Unser Urteil
★★★★☆ 4/5 · Empfehlung für die richtige Zielgruppe
Ein Balkonkraftwerk-Speicher amortisiert sich in 4 bis 6 Jahren — bei einer Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren eine klare Win-Situation. Aber nur, wenn Sie zur richtigen Zielgruppe gehören: berufstätig, höherer Stromverbrauch, Anlage ab 800 Watt. Wer tagsüber zu Hause ist und den Strom direkt nutzt, spart sich den Speicher und investiert besser in ein zusätzliches Solarmodul.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Amortisation eines Balkonkraftwerk-Speichers?

Bei einer 2000-Watt-Anlage mit 2-kWh-Speicher dauert die Gesamtamortisation etwa 4 bis 5 Jahre. Der Speicher allein (ohne Anlage) amortisiert sich in 4 bis 6 Jahren durch die zusätzliche Ersparnis. Die Lebensdauer moderner LiFePO4-Speicher beträgt 10 bis 15 Jahre, sodass sich die Investition mehrfach rechnet.

Lohnt sich ein Speicher bei einem 600-Watt-Balkonkraftwerk?

Bei kleinen Anlagen unter 800 Watt ist ein Speicher meist nicht wirtschaftlich. Der Ertrag ist zu gering, um den Akku regelmäßig voll zu laden. Die Anschaffungskosten stehen in keinem guten Verhältnis zur Ersparnis. Besser: ein weiteres Modul nachrüsten oder auf einen Speicher verzichten.

Welche Speicherkapazität brauche ich?

Als Faustregel gilt: 1 kWh Speicherkapazität pro 1.000 Watt Modulleistung. Bei einer 800-Watt-Anlage reicht 1 kWh, bei 2000 Watt empfehlen sich 2 bis 4 kWh. Ein zu großer Speicher amortisiert langsamer, weil er nicht ausgelastet wird.

Kann ich einen Speicher nachrüsten?

Ja. Viele moderne Balkonkraftwerk-Systeme sind speicher-ready. Anker SOLIX, EcoFlow und Zendure bieten Komplettlösungen, bei denen der Speicher einfach an den bestehenden Wechselrichter angeschlossen wird. Bei älteren Anlagen kann ein Nachrüstung nötig sein — Kosten ab etwa 400 Euro.

Wie viel Strom spare ich wirklich mit einem Speicher?

Die zusätzliche Ersparnis durch einen Speicher liegt typischerweise bei 100 bis 200 Euro pro Jahr, abhängig von Anlagengröße und Verbrauchsverhalten. Der Eigenverbrauch steigt von durchschnittlich 35 Prozent auf 60 bis 70 Prozent. Bei einem Strompreis von 37 Cent pro kWh und einer 2000-Watt-Anlage sind das etwa 190 Euro mehr Ersparnis pro Jahr.

Gibt es Förderungen für Balkonkraftwerk-Speicher?

Ja. Mehrere Bundesländer bieten Zuschüsse an — Mecklenburg-Vorpommern bis zu 500 Euro, Bayern regionale Programme. Auch Kommunen haben eigene Solar-Förderungen. Die KfW-Förderung kann ebenfalls gelten. Diese Zuschüsse reduzieren die Amortisationszeit um 1 bis 2 Jahre.

W
Solar-Experte und Redakteur

WattBalkon Redaktion

Die WattBalkon Redaktion analysiert und testet Balkonkraftwerk-Systeme mit Schwerpunkt auf Wirtschaftlichkeit und Praxisbezug. Unsere Berechnungen basieren auf Daten der HTW Berlin, der Stiftung Warentest und realen Verbrauchererfahrungen.

* Hinweis: Die mit Sternchen gekennzeichneten Links sind Amazon-Partnerlinks. Wir erhalten eine Provision bei Kauf — für Sie entstehen keine zusätzlichen Kosten.